Weg, Wahrheit, Leben


Rückblicke und Ausblicke
Wegstrecke, die hinter mir liegt
Wegstrecke, die vor mir liegt
Erlebtes, Ereignisse, Pläne

Predigten zu den hier genannten Anlässen - unter Wegbeschreibung

Ausblicke: aktuelle Termine:


  • Begegnungsfreizeit auf Norderney, 10. Februar bis 4. März 2020, Unterkunft: Haus am Weststrand
  • Die nächste Bläsersenioren-Freizeit de EJW 2020: 23.08.- 2.09.2020, Evangelisches Zentrum Kloster Drübeck/Harz (https://www.ejwue.de/arbeitsbereiche/posaunen)

  • Mein Hawaii ist Norderney
    Gleich notieren und am besten sofort anmelden!   

    10. bis 23. September 2020 - Anmeldung für Bläser*innen bis zum 15. Januar 2020 möglich.

    Das Haus
    Auf der Insel Norderney steht das „Haus am Weststrand“. Es ist ein Wahrzeichen der weiß getünchten Prachtbauweise: 1894 von Frau Domänenrat Louise Hanebuth als vornehmes Logierhaus erbaut. Im Jahr 1900 feierte Prinz Friedrich von Preußen in der "Villa Hanebuth" seinen 25. Geburtstag. Wie ein Inselwahrzeichen erhebt sich das Haus am Weststrand, schon von Weitem am Horizont zu sehen, wenn man mit der Fähre anreist. Es gehört heute dem Evangelischen Kirchenkreis Hattingen-Witten, viel genutzt als Familienferien- und Tagungsstätte, auch für Einzelgäste buchbar. Genaueres findet man im Internet unter https://www.haus-am-weststrand.de

    Die Teilnehmer*innen
    Zielgruppe sind entsprechend dem Kalenderdatum Menschen, die dann Urlaub machen können – also meistens ältere Erwachsene oder junge Eltern mit noch nicht schulpflichtigen Kindern. Anmeldungen sind seit dem 28. August 2019 möglich.
    Diesmal sind für Posaunenchorbläser*innen Plätze bis zum 15. Januar 2020 freigehalten.
    Wenn wir einen Bläserchor zusammenbekommen, werden wir wahrscheinlich in einem Gottesdienst der lutherischen Kirchengemeinde mitwirken (evtl. zusammen mit den Bläsern aus Norderney).

    Das Angebot
    Es gibt auf der Insel viel zu entdecken: das Meer und die Dünenlandschaft, das Watt, Sonne, Wind und sicher auch Regen. Dazu das Kulturangebot der Stadt Norderney, Historisches bei der Stadtführung und in den Museen. Und unsere Gruppenangebote: geistliche Besinnung ebenso wie Gymnastik und Film und Stricken ...    Und wenn uns das Wetter daran hindert, an den Strand zu gehen, dann machen wir es uns bei einem Ostfriesentee gemütlich. Und Überraschungen gibt es auch noch …

    Leitung
    Die Leitung der Freizeit haben Pfarrer i.R. Reinhold Sander, Bläser, Sänger, Organist,  seine Frau Karin Sander und Brigitte Jonigk.

  • Rückblick:

    Blauer Himmel über Hügeln und Halden
    Schwäbische Bläser-Seniorenfreizeit
    Hier ist ja alles grün!

    Hier ist ja alles grün!“ - Die erste Reaktion der Mitfahrer. Sie kamen aus vielen Orten von Baden-Württemberg (BW) ins Ruhrgebiet: 60 Freizeitteilnehmer, Frauen und Männer„Ü 55“, darunter 22 ehemalige und noch aktive Blech-Aktive. Die Leitung der Fahrt hatten Wolfgang Fauth und Hermann Schrag (Organisation), Hermann Kiedaisch (Bibelarbeit) und Reinhold Sander (Musik).
    Eingeladen hatte das Evangelische Jugendwerk. Das EJW ist Träger der Posaunenarbeit in BW. Das Jugendwerk organisiert Seniorenfreizeiten? Klar doch! Posaunenchor hält jung! Und Freizeiten für Alt-Bläser gibt es in diesem Rahmen schon seit den 90iger Jahren.
    Von 21. bis 31. Juli 2019 waren sie im Ruhrgebiet, einquartiert im Haus Villigst bei Schwerte / Ruhr, wo die Ev. Kirche von Westfalen viele ihrer Institute untergebracht hat.
    Psalmen auf Schwäbisch
    An den Tagen, an denen keine Ausflüge auf dem Programm standen, wurden Bibelarbeiten angeboten. Pfarrer i. R. Hermann Kiedaisch brachte die alten Glaubenserfahrungen der Psalmen mit den Lebensbedingungen der Bergleute und Stahlarbeiter ins Gespräch. An einem Nachmittag präsentierte er zudem „Psalmen auf Schwäbisch“ - sogar zum Mitsingen!
    Die Nähe von Wuppertal veranlasste Hermann Kiedaisch, einen ausführlichen Vortrag über das „Barmer Bekenntnis“ (1934) zu halten, das immer noch theologisch und politisch hochaktuell ist.
    Kohle und Stahl, Kumpelsuppe und Schalke
    Man wollte das alte Kohlerevier kennenlernen, die Ursprünge des Kohlebergbaus, die Zechen, das Schiffshebewerk und Schalke. Also gab es Ausflüge:
    Die Besucher erlebten im Bergbaumuseum Bochum etwas von der Atmosphäre „unter Tage“: die Enge der Arbeitsbedingungen und ihre Gefahren, dazu die gewaltigen Maschinen, mit denen Abraum und Kohle befördert wurden. Die „Dahlbusch-Bombe“ war zu sehen, eine torpedoförmige Rettungskapsel, die im Bergbau zur Rettung verschütteter Bergleute eingesetzt wurde z.B. 1955 auf der Zeche Dahlbusch, Gelsenkirchen, oder bei der Rettung von elf Bergleuten 1963, bei dem Wunder von Lengede.
    Vom Förderturm des Museums aus übersieht man fast das gesamte Ruhrgebiet. Strukturwandel auf einen Blick: alte Bergbausiedlungen, Zechen, Stahlindustrie, Kohlekraftwerke und ebenso die vielen neuen Verwaltungs- und Dienstleistungsbauten, dazu auf den alten Halden das neue Grün und moderne Skulpturen.
    Die Zeche „Zollverein“ in Essen war ein von 1851 bis 1986 aktives Steinkohlebergwerk. Benannt wurde sie nach dem 1834 gegründeten Deutschen Zollverein. Gemeinsam mit der unmittelbar benachbarten Kokerei gilt die Zeche seit 2001 als eines der bedeutendsten Industriedenkmäler Europas und gehört zum Welterbe der UNESCO.
    Den Ursprüngen des Kohlebergbaus war man im Muttental, Witten, nah. Von der kleinen Zeche „Nachtigall“ führt eine schmale Straße dorthin, wo man früher die Schweine (die „Mutten“) zur Mast in die Wälder laufen ließ. Nach einer artistischen Rückwärtsfahrt des Busfahrers war die Gruppe im alten Bethaus der Bergleute zu Gast. Hier versammelten sich früher die Bergleute vor Schichtbeginn, und beteten um Bewahrung, gutes Geleit und Gelingen ihrer schweren und gefährlichen Arbeit. Für die Gruppe gab es eine „Kumpelsuppe“, eine Gemüsesuppe, gekocht aus Kartoffeln und allerlei Gemüse plus Bockwurst.
    Fußball gehört zum Ruhrgebiet wie Kohle und Stahl. Deshalb besuchte die Gruppe die  „Veltins-Arena“  – für Schalke 04 das dritte und modernste Stadion der Vereinsgeschichte. Unter der Woche liegt das Fußballfeld außerhalb der Arena. Es wird dort auf natürliche Weise mit Regen gewässert und vom Sonnenlicht bestrahlt. Zu den Spielen wird der Rasen in die Riesenhalle hineingezogen. Die Führung leitete die Besucher außer zum Stadion auch in die Spieler-Kabinen. Der Gang, durch den die Fußballer zum Spielfeld gelangen, ist einem Kohle-Stollen nachempfunden. Andere Räume werden von den Bildern legendärer Spieler geziert.
    Und es gibt dort die Kapelle – nicht in den Farben „Königsblau-Weiß“, sondern in schlichten unterschiedlichen Grautönen gestaltet. Man tritt in den Raum durch ein Tor in Kreuzform. Die Bemalung konfrontiert den Betrachter mit den Höhen und Tiefen des Lebens – bis hin zur Hoffnung auf die neue Schöpfung. Jochen Dohm. ehemals Pfarrer in Schalke, hatte seinerzeit die Einrichtung der Kapelle angeregt. Temperamentvoll erläuterte er die Gestaltung des Raumes, in dem Freude und Trauer ihren angemessenen Ort finden.
    Dann das "Schiffshebewerk Henrichenburg" bei Waltrop. Die Schiffe im Dortmund-Ems-Kanal wurden einst zur Fortsetzung ihrer Fahrt mittels der Auftriebskräfte im Wasser über ca. 15 m gehoben oder gesenkt, wo man sonst viele Schleusen benötigt hätte.
    Gott loben
    Die Bläser*innen kamen selbstverständlich zu ihren Proben zusammen. Geübt wurde für die Mitgestaltung eines Gottesdienstes in Hattingen / Ruhr – ein besonderes Erlebnis für den musikalischen Leiter Reinhold Sander, der in Hattingen aufgewachsen und zur Schule gegangen ist. Pfarrer Dr. Udo Polenske predigte im Rahmen der Sommerpredigtreihe über die Zahl „13“ und den Unsinn des Aberglaubens. Im Anschluss gab es noch eine Matinee auf dem Kirchplatz. Die Stadtführung erinnerte schließlich humorig an die mittelalterlichen Anfänge, verwies auf die Fachwerkhäuser der Renaissance und beschwor noch einmal den Ernst der Lage, als die „Henrichshütte“ 1987 geschlossen wurde – bis dahin größter und wichtigster Arbeitgeber der Stadt.
    Glück auf

    Hier ist ja alles grün!“ war die erste Reaktion – und ein Fazit eines Teilnehmers zum Schluss: „Ich habe jetzt erst richtig verstanden und mitfühlen können, wie sehr der Kohlebergbau zum Leben der Menschen im Ruhrgebiet gehörte.“


Reinhold Friedrich Sander, Beethovenstr. 36, 73265 Dettingen unter Teck  | reinhold@rfsander.de / 07021 8654917