Weg, Wahrheit, Leben




Spuren


Wege, die andere vorher gegangen sind,
eigene Entdeckungen und Anregungen, Perspektiven...
und Schlaglöcher
Störungen, Wachrütteln, Anstöße,
Wo man reinfallen kann. Was man umgehen muss.
Was man reparieren muss. Worüber man lachen sollte.

 


Vorbei ist jetzt die Zeit zu träumen


(Mel.: „O dass doch bald dein Feuer brennte“, Guillaume Franc 1543) - mein Beitrag zum Liedwettbewerb "Mein Reformationslied" (Reformation 2017)

 

 1.      Vorbei ist jetzt die Zeit zu träumen.
Es ist das klare Wort gefragt.
Wir leben nicht in Himmelsräumen.
Auf Erden wird das Wort gewagt. 
2.      Wer Stimmen folgt und Visionen,
verändert nichts in Wirklichkeit,
gefangen in den Illusionen.
Sei nüchtern und zum Dienst bereit. 

3.      Wo bleiben Fremde, Witwen, Waisen,
wenn wir nur in den Himmel sehn?
An ihnen soll es sich erweisen,
ob wir das Wort auch recht verstehn. 
4.      Wer träumt, der wird das Wort verschlafen,
das Gott uns heute sagen will.
Drum zähle heut nicht zu den Braven
und halte nicht im Schweigen still. 
5.      Wir leben, weil Gott Not gewendet,
als Gottes Sohn gekommen ist,
denn er hat Menschenleid beendet.
Wir danken dir, Herr Jesus Christ.  


zum Advent 2014:

Es ist etwas in Bewegung gekommen.
Es kommt einer auf uns zu.
Es kommt einer mit der Botschaft:
„Siehe, ich mache alles neu!“
Es kommt eine neue Schöpfung.
Es kommt eine neue Erde,
eine Erde, die reich ist an Himmel – Himmel-reich.



Es kommt ein neuer Kosmos,
ein neues Universum.
So etwas war noch nie da.
Und es wird da sein.
Er wird da sein.
Es ist etwas in Bewegung gekommen.
Es kommt einer auf uns zu.
Es kommt der, dessen Name lautet:
„Ich bin da!“



Ansprache von Pfarrer Gerhard Rode, Ev. Wichern-Kirche Bredenscheid
für mich, Reinhold Sander, zum 40igsten Ordinationsjubiläum (3. März 1974) - am 9. März 2014:

Reinhold, lang, lang ist es her. Auch wenn wir dich als einen kennen, der über die Jahre zumindest äußerlich der gleiche geblieben ist. Ja es gibt sie, die Menschen, die so alterszeitlos wirken, als könnten ihnen die Jahre nichts anhaben, außer vielleicht sie zu zieren. Was ich sagen will: wer dich sieht, wird kaum vermuten, das du in Sachen des Herrn ein alter Hase bist und schon lange unterwegs.
Es gab eine Zeit, da hatte es diesen Anfang. Als Zeichen deines theologischen Erwachsenenseins hat unsere Kirche die Ordination gestellt – eine Handlung, in der sich die Kirche dir verspricht und du dich der Kirche versprichtst. Das hat ein bisschen was von Heirat, ein bisschen was von Weihe und sehr viel von Zutrauen.
Damals am 3.3.1974 war Reinhold 26 Jahre alt, als er ordiniert worden ist. Berufen in den Predigtdienst auf Lebenszeit.
Es war eine bewegte Zeit damals: Die 68er hinterließen Spuren in dem Aufbegehren der Jugend. Es war das Jahr nach der Ölkrise, was Reinhold nachdrücklich geprägt hatte, denn er fing an dienstlich Fahrrad zu fahren, was aber damals nicht alle nachvollziehen konnten. Der Herr Pfarrer auf dem Fahrrad unterwegs – das passte gar nicht zu dem gewichtigen Amt.
Politisch schien vieles in Auflösung zu sein: Portugal hatte seine Nelkenrevolution, und auch in Griechenland verabschiedete sich die Militärdiktatur, Zypern wurde besetzt.
Skandale bestimmten das Jahr: Willi Brandt trat zurück, weil ein Spion aus dem Osten ihm zu lange zu nah war, Präsident Nixon stolpert über die Watergateaffäre und tritt zurück, Alexander Solschenizin wird aus Russland ausgewiesen und lebt bei seinem Freund Heinrich Böll, und Deutschland wird Weltmeister im eigenen Land im Fußball.
Es waren bewegt Zeiten des Auf- und Umbruchs damals als sich der frischordinierte mit seiner jungen Frau Karin auf den Weg ins Ruhrgebiet machte, um Pfarrer in Haßlinghausen zu werden. Sie merken, da ist viel Treue und Verbundenheit im Spiel, wenn der Posaunenchor heute hier spielt.
Bei so vielen Umbrüchen in der Zeit blieb auch die Kirche nicht verschont. Es war eine spannungsreiche Zeit. Da konnte es schon mal geschehen, das die Alten dachten: der Anzug des Herr Pfarrers ist noch ein bißchen groß für Reinhold – aber lass ihn: das Jüngschen muss sich halt noch die Hörner abstoßen – der wird noch.
Und auch auf Karin kamen Herausforderungen zu: selber am Anfang des Studiums – und erwartet wurde die Pfarrfrau: die leitet dann die Frauenhilfe und macht es ihrem Mann bequem, damit der immer bestens arbeiten kann im Hause des Herrn. Sie können sich vorstellen, wie das knirscht, wie das ist, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden. Und gleichzeitig sind da Aufbrüche, die gewagt werden wollen. Insofern haben wir es mit Pionieren zu tun. Das Alte bewahren, das Neue wagen und alles beieinander und miteinander halten, und dabei eines im Blick haben: den Weg, den Gott für uns bereitet hat – im Blick behalten und ihm folgen. Das geht nur, wenn man Jesus im Herzen trägt  und davon erzählt, dass es gut ist Gottes Spuren zu folgen. Und der lebt von der Gewißheit: die Botschaft Jesu kann dich verändern. Aber eines ist dabei wichtig und notwendig: werde Teil dieser Geschichte, wie Gott die Menschen liebt. Und er und sie sind es worden – Teil der Liebesgeschichte Gottes mit den Menschen und ihre eigene Liebe ist darin aufgehoben.
So haben sie ihre Kreise gezogen und ihre eigenen Spuren hinterlassen, in Haßlinghausen, in Bredenscheid, auf Norderney und jetzt in Dettingen unter Teck. Und der Weg geht weiter.
Aber heute ist eine Atempause dran. Ein Schauen auf die Zeit, die war und die Gewißheit: es war Segen auf dieser Zeit. Ein Innehalten am heutigen Tag: Spüren, es ist gut, im Namen des Herrn unterwegs zu sein und zu spüren, es ist gut, Teil dieser Liebesgeschichte Gottes zu sein. – Ein Blick in die Zukunft und den Wunsch haben: Guter Gott, lass mich auch weiterhin unter und mit dem Segen leben und von dir erzählen.
Und so soll es auch sein:
Möge dann und wann deine Seele aufleuchten im Festkleid der Freude.
Möge dann und wann deine Last leicht werden und dein Schritt beschwingt wie im Tanz.
Möge dann und wann ein Lied aufsteigen vom Grunde deines Herzens, das Leben zu grüßen wie die Amsel den Morgen.
Möge dann und wann der Himmel über deine Schwelle treten.
So wünsche ich dir:
Gott sei bei dir, wie der Boden, der dich trägt.
Gott sei bei dir, wie die Luft die du atmest.
Gott sei bei dir, wie das Brot, das dich stärkt.
Gott sei bei dir, wie das Wasser, das dich erfrischt.
Gott sei bei dir, wie das Haus, das dich schützt.
Gott sei bei dir, wie die Sonne, die den Tag hell macht.
Es segne und behüte dich der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen


... er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. (EG Nr. 27, Str. 2)
(Gemeindebrief Schwelm, November 1998)

Ein Baby! Ein nacktes, runzliges, schreiendes Baby. Mensch, bleibe bitte um Himmels willen sentimental! Weißt du noch, Mutter, wie dir die Hebamme diese Hand voll Leben an die Brust gelegt hat? Wie war das denn, Vater, als du das winzige Wesen zum ersten Mal auf dem Arm trugst und du Angst hattest, du könntest etwas zerdrücken? Diese Babys können noch gar nichts außer verdauen und schreien. Und doch erwischen sie dich von deiner sanften Seite, an deiner schwachen Stelle. Es macht dir nichts. Im Gegenteil: Du bist glücklich! Und du spürst den Kontakt mit dem tiefsten Grund deines Lebens!
Bleibe wachsam! Diese Menschenwürde ist in Gefahr, wenn du unsentimental wirst. “Ein Neugeborenes ist kein rationales und selbstbewußtes Wesen ... und nicht imstande, sich selbst als ein Wesen zu sehen, das eine Zukunft haben kann, und daher hat es auch keinen Wunsch weiterzuleben. ... Dann kann ein Neugeborenes kein Recht auf Leben haben.” Peter Singer, australischer Ethik-Professor, spricht den Babys ein selbstverständliches Recht auf Leben ab. Er spricht aus, was schon viele denken: “Kinder? Lieber nicht! Wenn, dann aber nur nach Maß! (Die Genetik macht’s möglich)”.
Aber bleibe Du bei deiner Sentimentalität! Deine Gefühle sind keine falschen Gefühle! Sie sind die Instrumente, die diese Welt verwandeln können. Denke an die Kinder in den Tagesnachrichten, ihre Bilder auf den Bildschirmen, in den Zeitungen. Sie sollen, sie müssen uns ansprechen, damit wir Menschen endlich begreifen, was wir wert sind füreinander und uns selbst. In den Babys, in den Kindern begegnen wir unserer Menschenwürde!
Als Baby kam Gott in diese Welt, in dieses Leben. Als Baby berührt dich Gott!

 


 Wer Deinem Wort vertraut
urspr. Konfirmandenlied 2002, R.F. Sander, aktuell:  Okt. 2013
Mel.: Island In The Sun    

Refrain:
Wer Deinem Wort vertraut,
hat sein Leben auf Fels gebaut.
Aufrecht werd ich stehen wie am Bach der Baum.
Du stellst meine Füße auf weiten Raum.

      1. Manchmal bin ich wie ein kleines Kind,
Das gerade den Weg seines Lebens beginnt.
Dann reichst du mir deine helfende Hand
und öffnest mir den Blick für dein Wunderland.
Refr.:

   

2. Du weißt, was immer ich will und tu.
Du traust mir eigene Schritte zu
mit offenem Blick ins Leben hinein,
mündig und frei in der Welt zu sein.
Refr.:

3. Du weißt, ich bin niemals fehlerfrei,
Du allein weißt, wie es richtig sei.
Du lässt mich eigene Wege gehn
und auf den eigenen Füßen stehn.
Refr.:  


4. Du gibst dem Leben den Lebenssinn.
Ich muss nicht anders sein, als ich bin,
darf mit eigenen Augen die Wunder sehn,
mit dem eigenen Kopf deine Welt verstehn.
Refr.:

 




Komm an das Wasser

(Für diese Tränen starb ich)
Come To The Water (For Those Tears I died)
Marsha Stevens,1966, Pilgrim Pines Camp, California / USA. 
deutsch: R.F. Sander (zuletzt 2013)

Refrain:
Und Jesus sprach: Komm an das Wasser, du sollst bei mir sein.
Still deinen Durst; denn ich sage nicht Nein.
Ich fühl deine Tränen, die im Dunkeln geweint. Darum starb ich für dich.
Und du bist mein Freund.    

1.) Du hast versprochen,
du teilst meine Sorgen.
Du bist mir nah immer, heute und morgen.
Ich hab schon gedacht, du gehst einfach fort,
Doch du bliebst wie versprochen und hieltest dein Wort.
Du hilfst sofort.
Refr.:  

2.) Was du getan,
übersteigt den Verstand.
Ich glaube an dich. Es war alles geplant.
Ich weiß es, du lässt mich niemals im Stich.
Du liebst, du erlöst und du rettest mich.
Warum grade ich?
Refr.:

3.) Jesus,
ich schenk dir mein Herz, meinen Sinn.
Ich weiß, dass ich ohne Gott niemals heil bin.
Retter, du öffnest die richtige Tür.
Und ich danke und lobe dich immer dafür – 
Ich gehöre zur dir!
Refr.:    


 


 

Christ der Herr ist auferstanden

Christ The Lord Is Risen Today
Charles Wesley, 1739
deutsch: R. F. Sander, 1998 (4. Str. 2002) 


 

 

1. Christ der Herr ist auferstanden. Halleluja!
Hört den Ruf in allen Landen. Halleluja!
Freut euch, jubelt, Groß und Klein. Halleluja!
Erd und Himmel stimmen ein. Halleluja! 

 

2. Singt dem Sieger Christus heute. Halleluja!
Tod, wo ist nun deine Beute? Halleluja!
Christus lebt, der Leben gab. Halleluja!
Wo ist jetzt dein Sieg, o Grab? Halleluja!

 

3. Liebe hat das Werk vollendet, Halleluja,
Angst gewandelt, Not gewendet, Halleluja!
Kein Tod leistet Widerstand. Halleluja!
Gott ruft zum Gelobten Land. Halleluja!

 

4.Christus will den Weg bereiten. Halleluja!
Er, das Haupt, wird uns geleiten. Halleluja!
Seinem Sohn macht Gott uns gleich. Halleluja,
führt zum Kreuz – zum Himmelreich. Halleluja 

 

LOVE SONG
(words and music by Jim Manley)
dt. Text: RFS, 2015


Mary, she sang a love song
Mary, she sang a love song
Mary, she sang a love song
She sang a love song
To her baby

1.)    Lamplight on the stable walls
Shadows in the cattle stalls
A song of love on a mamma’s words
She sings the song – which first she heard
And Mary, she sang a love song
to her baby.

2.)    Twelve years old and now a man
Missing from the caravan
Back they go in fear and haste
Find him in the holy place
Son, how could you do this thing?
Mamma you – taught me to sing
And Jesus, he sang a love song
he sang a love song to his mamma
Achtung: 2 Zeilen mehr als in den anderen Strophen.
Die Melodie der ersten beiden Zeilen wird einfach wiederholt.

3.)    Thirty years and by the shore
Tell me what you’re fishing for
Leave your nets and come along
And I’ll teach you – my fishing song
And Jesus, he sang a love song
he sang a love song to the fishermen

4.)    Thirty-three and through the pain
Jesus sang it once again
Stark against a falling sky
The song went up – on a single cry
And Jesus, he sang a love song
he sang a love song to everyone

5.)    Morning time and by the sea
The song he sang still comes to me
I heard it first hen I was young
And now I want – to sing the song
So everyone, come sing the love song
sing the love song, the song of Jesus



Maria, sie sang von Liebe,
Maria, sie sang von Liebe,
Maria, sie sang von Liebe,
sang von Liebe für ihr Baby.


1.)  Lampenlicht im dunklen Stall,
Rascheln, Tiere überall.
Ein Liebeslied ganz leis erklingt.
Maria für ihr Baby singt.
Maria, sie sang von Liebe
für ihr Baby.

2.)   Mit zwölf Jahren – schon ein Mann –
Vermisst auf der Karawan.
Furcht, Hast, Rückweg gradeaus –
Sie finden ihn in Gottes Haus.
„Sohn sag mir, was tust du hier?“
„Mama, dies Lied lernt ich von dir!“
Und Jesus, er sang von Liebe,
er sang von Liebe seiner Mama.


3.)   Dreißig Jahre. An dem Strand
liegen Netze auf dem Sand.
„Folgt mir nach! Kommt einfach mit!
Ich lehr‘ euch mein Fischfanglied!“
Und Jesus er sang von Liebe
er sang von Liebe für die Fischersleut.

4.)   Dreiunddreißig. Durch die Qual
Jesus sang es noch einmal.
Der Himmel fällt, und Jesus singt.
Ein einzger Schrei nach oben dringt.
Und Jesus, er sang von Liebe
er sang von Liebe für jedermann.

5.)   Morgenstimmung an dem Meer.
Sein Lied kam auch zu mir her.
Ich war noch jung. Es ist ‚ so viel,
wovon ich singen und sagen will.
Drum singt mit mir von Gottes Liebe
von Gottes Liebe das Lied von Jesus.

 

 











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